Debattieren

Debattieren ist ein Turniersport mit festen Regeln (dazu noch weiter unten). Die Chefjuroren konzipieren aus tagespolitischen Ereignissen das Streitthema, welches die Teilnehmer erst unmittelbar vor Debattenbeginn erfahren: lediglich 15 Minuten "Brainstorming" und Redevorbereitung – dann geht es los! Ob heiße Rhetorik oder heiße Luft, entscheidet dann im Anschluss an die Debatte eine Jury, die die Redner nach inhaltlichen und rhetorischen Kriterien, aber auch nach Teamfähigkeit bewertet. 

Debattieren ist im angelsächsischen Kulturraum eine alte Tradition an Hochschulen, in Deutschland erfreut es sich erst seit 1991 wachsender Verbreitung, hat aber in den letzten Jahren zu internationaler Anerkennung aufsteigen können. Inzwischen gibt es Debattierclubs an über 50 Universitätsstädten. Die Clubs in Deutschland sind im Verband der Debattierclubs an Hochschulen organisiert und organisieren jährlich die ZEIT-Debatten, eine Debattenserie, die in der Deutschen Debattiermeisterschaft gipfelt.

Das Regelwerk

Wer wann wie lange reden darf, richtet sich nach dem Regelwerk. International und national werden Debatten nach verschiedenen Modellen durchgeführt, die sich bpsw. am Ablauf des britischen Unterhaueses orientieren. Bei diesem Göttinger Turnier findet ein deutsches Format aus Tübingen Anwendung: die Offene Parlamentarische Debatte (OPD).

die debatte aus der vogelperspektiveIn einer Debatte treten demnach eine Pro- und eine Contra-Fraktion (Regierung und Opposition) nach festen Regeln gegeneinander an. Worüber gestritten wird, erfahren die Redner erst 15 Minuten vorher. Das Los entscheidet, wer dafür und wer dagegen sein muss.

Im nun folgenden wechselseitigen Schlagabtausch müssen die Redner der gegnerischen Teams das Publikum und die Freien Redner für ihre Seite gewinnen. Dazu stellt die Regierung ihre Ansicht in Form eines Antrages, einer konkreten Maßnahme vor - was man sich als knappen Gesetzesvorschlag vorstellen. Dieses wird durch den Eröffner der Regierung bewerkstelligt, dem nach sieben Minuten der Eröffner der Gegenseite folgt. Dann ergänzt der zweite Redner die Position seiner Fraktions. Der Ergänzer der Opposition tut es ihm gleich.

Diese fraktionsfreien Redner wurden bislang sowohl von der Pro- als auch von der Contra-Fraktion mit Argumenten umworben lassen. Nun stehen ihnen jeweils dreieinhalb Minuten zur Verfügung, sich einer der beiden Seiten anzuschließen.

Im Anschluss daran fasst der Schlussredner die Debatte für seine Fraktion zusammen und umwirbt die Freien Redner, die sich bislang nicht seiner Seite angeschlossen haben. Das letzte Wort steht der Regierung zu, die ebenfalls nochmals für ihren Maßnahmenvorschlag werben darf.

Zwischenfragen sind während der Debatte erlaubt.

Die Leitung der Debatte obliegt dem Präsidenten. Er sorgt für einen geregelten Ablauf und die Einhaltung der Vorschriften. Während der Rede markiert er Anfang und Ende der Zeit für Zwischenfragen mit einfachem Hammerschlag. Das Ende der Redezeit wird mit doppeltem Hammerschlag angezeigt. Überschreitungen der Redezeit um mehr als 15 Sekunden oder zu lange Zwischenfragen werden durch Glockenschlag unterbrochen.


Weitere Informationen

Verband der Debattierclubs an Hochschulen
ZEIT-Debatten
Das Regelwerk der OPD






__________________________________________________________
zuletzt geändert am 22. Mai 2008 von AN
debattierclub-goettingen.de